Witwenblume (Knautia)

Die Witwenblumen, auch Knautien oder Knopfblumen genannt, sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Kardengewächse. Sie umfasst etwa 60 Arten, von denen knapp 50 in Europa vorkommen. Ihr Verbreitungsschwerpunkt liegt in Europa und im Mittelmeerraum; einzelne Arten sind auch in Südwestasien und Westafrika zu finden.

Witwenblumen sind einjährige bis ausdauernde krautige Pflanzen. Ihre meist gegenständig angeordneten Blätter können ungeteilt oder gefiedert sein. Charakteristisch sind die lang gestielten, kugeligen Blütenköpfchen mit blauvioletten, purpurfarbenen oder gelblich-weissen Blüten. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu den ähnlichen Skabiosen ist die vierzipfelige Blütenkrone. Die Randblüten sind häufig vergrössert und wirken dadurch besonders auffällig.

Ökologisch sind Witwenblumen von grosser Bedeutung. Ihre Blüten werden vor allem von Bienen und Schmetterlingen besucht und bestäubt. Die Früchte werden unter anderem durch Ameisen verbreitet. Damit leisten die Pflanzen einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität und zur Nahrungsversorgung zahlreicher Insekten.

Die Gattung Knautia ist botanisch anspruchsvoll, da sie einen Polyploidie-Komplex bildet und häufig Hybriden auftreten. Dadurch ist die Abgrenzung einzelner Arten teilweise schwierig. Zu den in Mitteleuropa vorkommenden Arten gehören unter anderem die Acker-Witwenblume (Knautia arvensis), die Wald-Witwenblume (Knautia maxima) sowie verschiedene regional begrenzte Arten. Einige Witwenblumen sind Endemiten und kommen nur in bestimmten Gebirgs- oder Landschaftsregionen vor, beispielsweise in den Alpen oder am Gardasee.

Die Gattung Knautia wurde 1753 von Carl von Linné beschrieben. Der Name erinnert an den deutschen Arzt und Botaniker Christian Knaut. Insgesamt zeichnen sich Witwenblumen durch ihre auffälligen Blüten, ihre Bedeutung für Bestäuber und ihre grosse Artenvielfalt aus.

Quelle:  Wikipedia