Wilde Möhre
Die Wilde Möhre (Daucus carota subsp. carota) ist die in Mitteleuropa heimische Wildform der Möhre und gehört zur Familie der Doldenblütler. Sie gilt als eine der Ursprungspflanzen der heutigen Karotte, die vermutlich aus Kreuzungen mit weiteren Unterarten entstanden ist. Im Unterschied zur bekannten Kulturkarotte besitzt die Wilde Möhre eine bleiche, weniger carotinhaltige Speicherwurzel. Es handelt sich um eine zweijährige krautige Pflanze, die 20 bis 120 Zentimeter hoch wird und tief wurzelt. Charakteristisch sind ihr borstiger Stängel, die fein gefiederten Blätter sowie die weissen Blütendolden, die häufig in der Mitte eine dunkel purpurfarbene Einzelblüte tragen. Während der Fruchtreife ziehen sich die Dolden nestartig zusammen, wodurch die typische „Vogelnestform“ entsteht.
Die Wilde Möhre blüht von Mai bis September und wird von zahlreichen Insekten bestäubt, besonders von Käfern und Fliegen. Auch für bestimmte Wildbienenarten ist sie eine wichtige Pollenquelle. Sie ist ursprünglich in Europa, Nordafrika sowie Teilen West- und Zentralasiens verbreitet und wächst bevorzugt an trockenwarmen, nährstoffreichen Standorten wie Wiesen, Wegrändern, Ruderalflächen und Böschungen. In der Küche kann vor allem die Wurzel im zweiten Jahr ähnlich wie eine Karotte verwendet werden, schmeckt aber süsser und enthält weniger Wasser. Auch Blätter, Blüten und Samen sind essbar und haben ein leicht petersilien- bis anisartiges Aroma. Wichtig ist allerdings, sie nicht mit giftigen Doldenblütlern zu verwechseln; ein sicheres Merkmal ist der typische Möhrengeruch der zerriebenen Pflanzenteile. Darüber hinaus wird die Wilde Möhre auch als Heilpflanze genutzt, insbesondere in Form von Samenöl oder Tee, denen harntreibende, antioxidative und leberschützende Wirkungen zugeschrieben werden.
Quelle: Wikipedia


